Dank und Widmung

Im Mai 2009 schrieb mir Phillipp, der in seinem Blog immer wieder mit seinen Cartoons erfreut hatte, er würde gerne mal eine Hand zeichnen, und das tat er dann kurz darauf auch. Die Zeichnung war so gut, dass ich es kaum glauben konnte. Etwa zur selben Zeit war ich auf die Idee verfallen, ein paar Texte in meinem Blog (vorübergehend) durch Bilder von Edward Hopper zu ergänzen, und Phillipp, der Hopper auch sehr schätzt und bewundert, schrieb, er müsste sich über diesen Künstler mal etwas belesen, und bedauerte, wenig Zeit dafür zu haben. So beschloss ich, ein paar Informationen aus dem Netz zusammenzutragen und privat – nur für Phillipp – zu bloggen. Doch nachdem ich ein paar Einträge geschrieben hatte, meinte Phillipp, es wäre eigentlich schade, wenn das nur er lesen könnte, denn es würde vielleicht auch ein paar andere Leute interessieren. Dieses Blog ist also, was daraus entstanden ist.

Ich habe beim Schreiben über Edward Hopper viel gelernt, was aber (für mich) noch entscheidender ist: ich habe eine Erfahrung gemacht, zu der man ohne Anstoß von außen kaum gelangt. Der Maler Edward Hopper wäre wahrhaftig nicht meine erste Wahl gewesen, wenn es einfach darum gegangen wäre, die Biografie einer interessanten Persönlichkeit zu schreiben. Sosehr ich seine Bilder auch vorher schon schätzte, sowenig hatte ich mich für seine Person interessiert, und als ich mit der Arbeit an der Biografie schon halb fertig war, hatte ich immer noch das Gefühl, mich ihm als Mensch nicht wirklich annähern zu können. Zu verschlossen, zu konservativ, vielleicht sogar zu amerikanisch. Ich versuchte also lediglich, ihm gerecht zu werden, etwas, worum ich mich besonders dann bemühe, wenn es mir an gefühlsmäßigem Verständnis fehlt. Und irgendwann platzte der Knoten, entstand bei mir über das zunehmende Verstehen des Menschen ein tieferes Verständnis der Bilder – das, wohlgemerkt, mein persönliches Verständnis sowohl des Menschen als auch der Bilder ist. Und ich hoffe, dass ich auch hierin Hopper gerecht geworden bin, deutlich zu machen, wenn eine Sichtweise meine ist und ich nicht erwarte, dass andere sie unbedingt teilen. Dies ist auch einer der Gründe, warum ich immer wieder aus anderen Texten zitiert habe, deren Autoren, zumindest teilweise, einen anderen Standpunkt vertreten.

Mein Dank gilt also Phillipp für die wundervolle Anregung und dafür, dass er mich beim Schreiben oft ermutigt hat. Er gilt auch (wenn auch vorsichtshalber ganz leise ausgesprochen) all den Museen und Kunst-Plattformen, bei denen ich mich mit Bildern und Referenzmaterial versorgt habe – ungefragt. Die Rechte für all dies einzuholen, wäre vom Zeitaufwand her für ein privates Projekt unmöglich gewesen. Ich kann mich nur darauf berufen, dass die meisten amerikanischen Institutionen darauf verweisen, dass das Material für private und Bildungszwecke, ohne kommerziellen Nutzen verwendet werden darf. Dies ist ein privates Blog. Die Einträge dürften einen gewissen Bildungszweck haben und erfüllen, denke ich, diese Bedingung. Und so hoffe ich, dass wir von Beschwerden und Aufforderungen, Bilder wieder von der Seite zu nehmen ebenso verschont bleiben, wie unzählige andere Blogs und Webseiten, die Hopper zeigen.

Da das alles ja irgendwie mit der Zeichnung einer Hand angefangen hat, möchte ich auch mit einer solchen schließen – mit der Hand eines Künstlers, dem ich natürlich auch dankbar bin, für das Werk, das er der Welt hinterlassen hat. Obwohl es die Hand eines großen Meisters ist, soll sie Dich, Phillipp, nicht entmutigen – ganz im Gegenteil.

Christa Hartwig

Edward Hopper: The Artist's Hand, 1943
The Artist’s Hand, 1943
Conté und Kohle auf Papier, 56,2 x 38,1 cm
Whitney Museum of American Art, New York City
Josephine N. Hopper Bequest
ID-Nr. 70.337

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